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Netznomaden, Personal Workplace und Enterprise 2.0

Netznomaden, Personal Workplace und Enterprise 2.0

Heute scheint es, dass Technologie – und hier insbesondere die Entwicklung des Internet – zu einer ONE MACHINE (Kevin Kelly) inklusive der mobilen Vernetzung, unseren Arbeitsplatz (personal workplace) schon gründlich geändert haben. Doch in Wirklichkeit stehen wir erst am Anfang einer grundlegenden Transformation in Richtung einer mobil-dialogorientierter Entwicklung und damit einer gravierenden Änderung unserer Arbeitsweise.

BOYD als Vorbote digitaler Ich-Arbeitsumgebungen

Derzeit gelten 3D-Drucker, Personal Devices, BYOD, mobile Videokonferenzen, Unified Communication und das „Internet of Things“ als Hype, doch es wird übersehen, dass heute schon Blogger, Hacker und Gamer in digitalen Selbst-Arbeitswelten leben und agieren.

Unsichtbar von der Öffentlichkeit bildet sich im Cyberspace eine Arbeitswelt der Software-Objekte, Content-Systeme, multimedialen Interaktions-Dialogwelten und der digitalen Selbstverwirklichung.

Computer, Smartphones und Tablet-Devices bilden heute die Grundlage eines Umfeldes der vermischten Arbeits-, Freizeit und Selbstverwirklichungs-Universen, die für „normale“ Arbeitende unsichtbar, fremd und unnahbar sind, aber gerade deren Leben, Arbeit und Freizeit in einem Maße beeinflussen, welche noch vor Jahren als Zukunftsvision dargestellt wurde.

Netznomaden und die Macht der Schwarminformation

Haben Sie schon einmal nachgedacht, wie Sie Blogger, Hacker und Netznomaden beeinflussen? Sicher nicht. Nutzen Sie noch USB-Sticks, DVD´s, sind stolz auf einen 27 Zoll Bildschirm oder etwa eine Digitalkamera? Darüber sind diese Netznomaden schon seit Jahren hinaus. Geben Sie noch Geld für Google AdWords aus? Welche Verschwendung, schön dass Sie dieses Konzern-Datenmonster so fleißig unterstützen. Netznomaden, Hacker, Blogger und Gamer lehnen die veraltete Technologie von Unternehmen mit ihren Desktop-Systemen, Client-Server-Umgebungen und Pseudo-Management Strukturen komplett ab.

Meiner Meinung nach wird diese Netzelite in 5 Jahren die Herrschaft über zentrale Unternehmensprozesse übernehmen, da Unternehmen heute zu naiv sind zu begreifen, welche Macht inzwischen Information und deren Schwarm-Verbreitungssysteme innehaben.

Sind Sie etwa einem Angriff von Content-Bloggern gewachsen, die Tausende von PR-Meldungen über ihre Produktschwächen innerhalb von wenigen Stunden öffentlich machen? Viel Spaß, wenn sie überhaupt schon eine Taskforce in ihrem Marketing installiert haben, die solche Shitstorms dann entgegentreten und versuchen zu reagieren.

Unternehmen beherrscht heute ein Kontrollwahn

Fast psychopathisch möchte ich heute die Versuche von Unternehmen bezeichnen, Mitarbeiter durch veraltete IT-Infrastrukturen und ihre „flachen“ Hierarchien zu begeistern. Wissen Sie, was eine flache Hierarchie ist? Die Arbeit mit MacBook Air, iPad, iPhone und Moleskine Notebook in eine Café oder einer Coworking Gemeinschaft. Glauben Sie noch, dass ihre veralteten Microsoft Umgebungen einen Netznomaden von 8-17 Uhr begeistern können? Wenn sie dies mit Ja beantworten, sollten sie einmal nachdenken, warum sie keine Fachkräfte mehr am Arbeitsmarkt bekommen.

Es gibt keinen Fachkräftemangel, nur einen Mangel an Netznomaden, Spezialisten, Bloggern, Hackern und Gamern, die sich ihren (innovativen) Strukturen und Prozessen unterwerfen wollen.

Und dabei ist unser veraltete „Politiker-Elite“ auch noch ihr Sprachrohr. Schon vor Jahren sollten uns Inder retten, doch Inder sind inzwischen auch in diese Digital-Universen abgetaucht. Aber wir haben ja eine Lösung: Nehmen wir halt jetzt Rumänen.

Wer glaubt noch an Marketing im Cyberspace

Keiner, überspitzt ausgedrückt! Durchdrungen von Daten-Clustern und derer Software-Algorithmen und deren sinnloser Datenproduktion für globale DataCenter erscheinen Marketing-Aussagen Netznomaden als Produkt eben dieser Daten-Cluster und ihrer Analyse-Algorithmen. Eine neue Denk- und Handlungsweise im Marketing und Vertrieb muss über eine CIO (Chief Information Officier) neu konzipiert und organisiert werden. Schon vor Jahren wurden Konzepte diskutiert, wie etwa die Reduktion der Fülle von Bedien- und Interaktionselementen Unternehmenssoftware effektiver und effizienter machen könnte. Es wurde viel über den Unterschied von Content und Context diskutiert. Doch das Konzept wurde nicht verstanden.

Daher gibt es heute insbesondere im Bereich der Kundenbindung enormen Aufholbedarf, da Kunden sich heute nicht mehr nur über nette Weihnachtsgeschenke binden lassen.

Kunden wollen heute informiert sein und dies mit ihren eigenen Apps und Informationsplattformen erledigen. Damit besteht die Forderung einen stetigen und innovative Strom von neuen Produkten und Dienstleistungen als Bindungselement im Customer Relationship Management (CRM) aufzubauen und umzusetzen. Ich stimme den Optimisten nicht zu, dass Unternehmen nur ihre historischen Datenbestände nutzen müssten, um bessere Ergebinsse in Akquise und Bindung zu erreichen.

Die historischen Datenbestände sind bei einer überwiegend großen Anzahl von Unternehmen nur Datenmüll in Outlook-Archiven, Filesystemen und ERP-Systemen.

Die Konsumenten verlangen inzwischen deutlich mehr an Aufmerksamkeit und die behäbigen Gehversuche von Unternehmen in der Welt der sozialen Medien kann nur als Fehlschlag betrachtet werden – Ausnahmen von Innovatoren, wie RedBull natürlich ausgenommmen.

Diskussion Enterprise 2.0 verfrüht

Es ist kein Geheimnis, dass Unternehmen gerne heute Social Networks in ihren Prozess-Strukturen einführen wollen. Gleichzeitig wurde der Begriff Enterprise 2.0 geschaffen, um diese „strategische“ Zielrichtung auch gleich mit einer Wortbildung zu versehen, die keiner versteht, da Unternehmen ja schon Web 2.0 nicht verstanden haben. Was wurde denn nicht schon als Durchbruch in der Analyse von Märkten, Konkurrenten und Kunden als der Weisheit letzter Schluss angeführt: ERP-Systeme, CRM-Systeme, Marketing-Automation, Social Media Marketing, Content Marketing und Salesforce Online Systeme. Und jetzt? Benennt man es Enterprise 2.0 oder auch manche Autoren schon Enterprise 3.0. Was steckt dahinter? Im Grunde nur der neuerliche Versuch etwas mit einem Namen zu versehen, der nicht verstanden ist: Der Wandel im Konsumentenverhalten seit den frühen 1990er Jahren.

Ich frage mich, was die Transformation Enterprise 2.0 – oft als Digital Business oder Social-Business bezeichnet – eigentlich sein soll.

Grafiken, Übersichten und schöne Präsentationen zeigen dort „Strategien“, die nur wenig mit dem Verständnis von Märkten und Konsumenten zu tun haben, sondern nur eins: die erweiterte Datensammelwut von Unternehmen und die Einführung weiterer vertikaler Datenebenen durch Softwaresysteme.

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