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Google neues Qualitätskriterium: Wissensbasiertes Vertrauen

Google neues Qualitätskriterium: Wissensbasiertes Vertrauen

Google hat am 12. Februar 2015 in einem Beitrag (Autoren: Xin Dong Luna, Evgeniy Gabrilovich, Kevin Murphy, Van Dang, Wilko Horn, Camillo Lugaresi, Shaohua Sun, Zhang Wei) am Institut für Computer Science an der Cornell University beschrieben, wie zukünftig ein neues Qualitätskriterium bei Suchen im Web gestaltet werden soll. Hierbei erläutern Google-Mitarbeiter einen wissenschaftlichen Ansatz, der Internet-Quellen aktuell schon durch über 2 Milliarden indizierten – für Google vertrauenswürdigen Seiten – dahingehend bei der Suche bevorzugt, indem der Inhalt auf Fakten und Wahrheitsgehalt mit einem neuen Algorithmus bewertet wird.

Digitaler Content und Google´s „Wissensbasiertes Vertrauen“ als Qualitätskriterium der Suche

Google spricht in dem Beitrag von der Qualität der Sachinformation und ob eben diese Information durch Wissensportale bzw. Experten bestätigt wird. Google arbeitet mit einem mehrschichtigen Wahrscheinlichkeitsmodell, das sich auf den wahrscheinlichen Übereinstimmungsgrad mit wissensbasierten Inhalten bezieht. Google führt, wie bei allen anderen Algorithmen, hier ein Punktesystem ein. Ziel ist es, laut Google, pseudowissenschaftliche Inhalte aus den Suchergebnissen zu verbannen. „Manuelle Auswertung einer Teilmenge der Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit des Verfahrens.“, so ein Google-Forscher. Insgesamt sollen Suchergebnisse künftig nicht mehr (nur) die Popularität einer Webseite anzeigen, sondern viel mehr den Wahrheitsgehalt. Google nennt dies dann die Wertigkeit der Information, die für das Ranking herangezogen wird.

Google Wissen und künstliche Intelligenz

Insgesamt ist dies eine Weiterführung des Google-Konzeptes der Relevanz auf wissensbasierte Systeme. Die in Panda 4.1 und Hummingbird beschriebenen Relevanz-Kriterien werden durch die Überprüfung mit bestätigten Fakten und wissenschaftlichen Aussagen dann in ein neues Bewertungssystem übergeführt. Doch warum denkt Google plötzlich in diese Richtung? Dies hat wohl mit der Einführung von KI-Systemen tief im Kern der Google-Technologie zu tun.
Wissenschaftliche Fakten, Daten und Informationen lassen sich „einfacher“ mit den oben genannten Wahrscheinlichkeitsmodellen – insbesondere wenn diese mehrschichtig vorgehen – auch für eine KI-Intelligenz überprüfen.
Schwierigkeiten dürften sich meiner Meinung nach sicher in der ersten Phase mit Inhalten, die humoristisch, zynisch oder mit Wortspielen arbeiten, ergeben. Die menschliche Kommunikation (Sprache)  basiert ja in einem großen Maße eben auf einer solchen Mehr- und Vieldeutigkeit.

Wissensalgorithmen und SEO

Wir sollen heute Beiträge schreiben, die nach den Bedürfnissen des Kunden und Interessenten ausgerichtet sind, Geschichten erzählen (Storytelling) und diese idealerweise auch in sozialen Medien über Community-Mechanismen verteilen, bewerten und kommentieren lassen. Nebenbei aber auch die aktuellen Kriterien des SEO berücksichtigen. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch sein, wie Google in einer Phase, wo Webseiten auf wissenschaftlicher Basis von einem Algorithmus überprüft werden, es mit seinem eigenen Google AdWords halten wird.

Sind nicht viele Aussagen von solchen Kampagnen diametral diesen Bewertungskriterien entgegengerichtet – eben durch den Wahrheitsgehalt der Werbeaussagen? Auch wird es interessant werden, wie Google denn garantieren will, dass pseudowissenschaftliche (man könnte ja auch sagen populärwissenschaftliche) Fakten und Informationen wirklich von wissenschaftlichen Fakten trennen will.

Selbst menschliche Experten können manchmal nicht zwischen diesen beiden wissenschaftlichen Ansätzen unterscheiden. Im Kern würde Google ja behaupten, besser als menschliche Experten zu sein, was die Bewertung von Fakten angeht. Kritiker könnten anführen, dass Google damit auch Meinungen zensiere, die außerhalb der aktuellen Mehrheitsmeinung stehen, denn jede wissenschaftliche Erkenntnis basiert ja eben auf einer Mehrheitsmeinung. Aus meiner Sicht müsste Google nicht nur Bewertungen von Fakten in diesen Algorithmus integrieren, sondern auch wissenschaftstheoretische Ansätze, der es ja einige gibt, integrieren, um z.B. Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Es bleibt abzuwarten, was Google – und man will ja seit einigen Jahren dort sehr wissenschaftlich sein – noch an Punktesystemen in der Bewertung von Fakten und Meinungen kommunizieren wird.

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